Stimmstörungen

Stimmstörungen beeinträchtigen unser Verhältnis zu anderen und auch zu uns selbst, weil uns die Stimme nicht mehr selbstverständlich als funktionales und emotionales Ausdrucksmittel zur Verfügung steht.

Eine Stimmstörung kann ganz allgemein als eine über längere Zeit bestehende Beeinträchtigung des Stimmklanges oder einer Beeinträchtigung des Stimmgebungsvorganges bezeichnet werden. Die Beeinträchtigung des Stimmklanges äußert sich durch eine raue, heisere, gepresste oder verhauchte Stimmqualität. Die Stimmgebung kann von einem zu hohen oder reduzierten Krafteinsatz begleitet sein. Die Stimme ist in Bezug auf Belastbarkeit, Volumen und Stimmumfang weniger leistungsfähig.

Störungen der Stimme können bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auftreten. Besonders Menschen in sog. Sprechberufen wie ErzieherInnen, LehrerInnen, SchauspielerInnen und Call-Center-AgentInnen leiden vermehrt unter Stimmproblemen, die dann zu Schwierigkeiten bei der Berufausübung führen können.
Aber auch Menschen , die nicht in ausgewiesenen Sprechberufen tätig sind, können Stimmstörungen entwickeln, beispielsweise durch eine verschleppte Erkältung oder permanente Überanstrengung der Stimme durch zu lautes Sprechen.

Eine Veränderung der Stimme, die länger als 2 Wochen besteht, sollte grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden.

Neben den oben aufgeführten funktionellen Erkrankungen der Stimme können bei einer Stimmstörung auch organische Ursachen vorliegen, wie eine Verletzung der Stimmbänder während einer Intubation (Beatmung), eine Operation im Kehlkopfbereich oder eine neurologische Erkrankung. Auch Stimmbandknötchen oder Tumoren können Stimmprobleme verursachen.

Im Vordergrund der stimmtherapeutischen Behandlung steht die Person mit ihren Bedürfnissen und Ressourcen. Zentraler Bestandteil der Therapie ist die Erarbeitung der korrekten Körperhaltung, der Zwerchfellatmung und daraus folgend die ökonomische Stimmgebung.